Herausforderung Kind und Karriere

Viel zu häufig müssen Frauen immer noch die schwierige Wahl zwischen Familienleben und einer erfolgreichen Karriere treffen. Um Beruf und Familie vereinbaren zu können, sind viele verschiedene Faktoren wichtig.

Es gibt in der Schweiz eine Reihe von Beratungsstellen, die Ihnen Hilfe bringen können. Es sind dies zum Beispiel:

  • Plusplus ist ein Netzwerk von professionellen Fachstellen. Sie bieten Beratung, fachliche Begleitung und Bildung zum Themenbereich Gleichstellung im Erwerbsleben und Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer im Privathaushalt, im Unternehmen und in Nonprofit-Organisationen an.
  • Familienplattform, eine Inititative von Schweizerischem Arbeitgeberverband, Pro Familia und Pro Juventute. Sie wollen es den Familien ermöglichen, dass der Beruf der Eltern und die Bedürfnisse der Kinder besser vereinbar werden. Den Eltern soll eine Berufstätigkeit nach Wunsch, Weiterbildung und Karriere offenstehen, die Kinder sollten die geeigneten ausserfamiliären Betreuungsmöglichkeiten erhalten.

Was können Sie unseren Leserinnen empfehlen, die vor der grossen Herausforderung stehen, ihre Kinder mit ihrem Beruf zufrieden stellend für alle, zu vereinbaren?

An erster Stelle sollten dabei immer die Wünsche und Bedürfnisse der Frau stehen. Wie lange die Berufsunterbrechung sein soll und unter welchen Voraussetzungen der Wiedereinstieg in den Beruf erfolgen soll, ist grundsätzlich die Entscheidung der Frau. Sie soll diese Entscheidung unabhängig von gesellschaftlichen Einflüssen treffen können. Damit Frauen ihre individuelle Lebensplanung realisieren können, sind allerdings auch andere UnterstützerInnen gefragt. So ist etwa eine möglichst konkrete und frühzeitige Planung des Wiedereinstiegs am Arbeitsplatz für beide Seiten vorteilhaft, da sich beide auf die Veränderungen, die mit einem Kind gerade auf Frauen zukommen, besser einstellen können. Neben diesem für das weitere Erwerbsleben wichtigen Punkt spielt auch die Verfügbarkeit eines qualitativ hochwertigen Kinderbetreuungsangebots eine entscheidende Rolle. Eltern müssen ihre Kinder in den Betreuungseinrichtungen gut aufgehoben wissen und diese müssen mit sozial gestaffelten Beiträgen auch zahlbar sein.

Auch die finanzielle Absicherung ist bei der Gründung einer Familie wichtig. Der Wiedereinstieg in den Job ohne Einbussen ist leichter, je kürzer die Babypause ist.

Ganz entscheidend ist aber aus meiner Sicht, dass Kinderbetreuung nicht die alleinige Aufgabe der Frauen ist. Eine partnerschaftliche Aufteilung der Familienarbeit ist ein entscheidender Schritt zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wenn es uns gelingt, in all diesen erwähnten Bereichen verbesserte Rahmenbedingungen zu schaffen, erleichtern wir es jungen Frauen und Männern, sich für Kinder und Beruf zu entscheiden.

Es wird schon sehr lange über das „Papamonat“ gesprochen — was können wir uns genau darunter vorstellen?

Die Geburt eines Kindes ist eine wichtige Weichenstellung für eine Veränderung der Rollenverteilung. Müttern wird die Betreuung des Kindes und der (zeitweise) Ausstieg aus der Erwerbstätigkeit, Vätern die Rolle der Sicherung des Familieneinkommens zugeschrieben. Nach der Berufsunterbrechung wird dieses Rollenmuster des männlichen Ernährers und der weiblichen Zweitverdienerin vielfach verfestigt. Zur Förderung der Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern wäre ein "Papamonat" wichtig, um dieses Rollenmuster zu durchbrechen. Um Vätern eine mit der Mutter gemeinsame Betreuung des Kindes im Anschluss an die Geburt zu ermöglichen, soll der „Papamonat“ eingeführt werden. Mit einem solchen „Papamonat“ soll der Vater einen Anspruch auf eine vier- bis achtwöchige berufliche Freistellung erhalten. Für diese Zeitspanne ist es unerlässlich, eine entsprechende soziale Absicherung mit Versicherungs-, Kündigungs- und Entlassungsschutz zu gewährleisten. In der Ausgestaltung des Papamonats sind Kreativität und Flexibilität gefordert. Es gibt ja auch noch einige andere Vorschläge wie ein solcher Papamonat aussehen könnte. Wichtig ist das Ziel: Männern soll eine aktive Vaterschaft erleichtert werden.

Könnte diese Massnahme frischgebackene Mütter wirklich unterstützen, leichter wieder in ihren Beruf zurückzukehren?

Frauen müssen immer noch den Löwenanteil der Betreuungsarbeit leisten. Das zu ändern ist ein wichtiger Beitrag für mehr Chancengleichheit. Der vorgeschlagene „Papamonat“ ist ein Beitrag zu einer gestärkten familiären Bindung der Männer. Die am Anfang der Familienphase gelebte Zuwendung unterstützt in weiterer Folge den gesamten Lebensweg der Kinder sowie die Beziehung zur Partnerin. In weiterer Folge erhoffen wir uns davon die vermehrte Inanspruchnahme des Kinderbetreuungsgeldes und damit der Betreuungszeit durch Männer. Damit könnten gleichzeitig auch das berufliche Engagement und die Karrieremöglichkeiten der Frauen sowie deren Entlastung wesentlich gefördert werden. Von mehr Partnerschaftlichkeit profitieren alle!

Wie und wo können sich junge Mütter Informationen und Unterstützung holen?

Zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Kind gibt es zahlreiche Beratungseinrichtungen. Einige davon finden Sie oben an diesem Artikel.

Erstellt:03. September 2009
Stichworte:Kind und Karriere, Kind und Karriere, Nach der Geburt, Für Papa, Geburt
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