Wenn Sie über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen ständig gedrückte Laune und manche der beschriebenen Gefühle haben, könnten Sie an einer nachgeburtlichen Depression leiden:
Die Häufigkeit der nachgeburtlichen Depression liegt in internationalen Studien bei 10-15 Prozent, bei jugendlichen Mädchen sogar bei bis zu 26 Prozent, und stellt somit die häufigste Erkrankung nach der Geburt dar.
Notwendig ist zunächst eine Aufklärung über die Erkrankung, auch zur Entlastung von Schuldgefühlen. Es ist von grösster Bedeutung für den weiteren Verlauf, dass sowohl die Mutter, als auch ihre Familie, versteht, dass es sich hier um eine Erkrankung handelt und nicht etwa um die Folge eines Versagens als Mutter. Möglichst rasch sollte eine Psychotherapie eingeleitet werden.
Die Bedeutung von Ruhe und Erholung für die Mutter sollte unterstrichen werden, auch der Familie gegenüber. Zum Wohle des Kindes und der Mutter sollte auch von Anfang an auf die Etablierung einer guten Mutter- Kind-Beziehung geachtet werden, etwa durch Förderung entspannter Mutter-Kind-Kontakte im Rahmen einer Spieltherapie oder Babymassage. Bei schweren Depressionen sollte unbedingt zusätzlich eine medikamentöse Therapie begonnen werden. Stillen ist bei den meisten Antidepressiva möglich.