Schwangerschaftsdiabetes

Immer mehr werdende Mütter entwickeln in den neun Monaten einen Diabetes. Der kann für sie und die Kinder bedrohlich sein, lässt sich aber gut behandeln.

Der Schwangerschaftsdiabetes ist eine recht häufige Stoffwechselstörung während der Schwangerschaft. Verschiedene Studien belegen, dass bei zunehmenden Blutzuckerwerten mit einem allmählichen Anstieg der kindlichen und mütterlichen Komplikationen zu rechnen ist:

Beim Baby können das Übergewicht mit abnormer Fettverteilung, Geburtstraumen und kindlichen Unterzuckerungen nach der Geburt sein.

Bei der Mama sind das Blutdruckerhöhung, Erbrechen, erhöhte Eiweissausscheidung im Urin sowie die Notwendigkeit der Entbindung mit Kaiserschnitt. Beim Schwangerschaftsdiabetes besteht jedoch kein Risiko für kindliche Missbildungen, es sei denn, der Diabetes habe schon vor der Schwangerschaft bestanden.

Unmittelbar nach der Geburt verschwindet der Diabetes bei fast allen Frauen wieder. Später aber entwickelt sich bei 30–50% der Frauen, bei welchen ein Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert wurde, ein Typ-2-Diabetes.

Risikofaktoren

  • Frauen mit Übergewicht (Bodymass-Index über 27)
  • Frauen nach vorausgegangener Geburt eines grossen Kindes (über 4 kg)
  • Frauen mit einem Schwangerschaftsdiabetes in einer früheren Schwangerschaft
  • Frauen mit familiärer Diabetesbelastung
  • Frauen bestimmter ethnischer Herkunft, z. B. Tamilinnen

Diese Risikopersonen sollten schon bei der ersten Schwangerschaftskontrolle getestet werden. Der Schwangerschaftsdiabetes entwickelt sich meist erst in der zweiten Schwangerschaftshälfte.

Behandlung

Die richtige Ernährung ist in jedem Fall der Grundpfeiler der Behandlung. Es gilt: bei Übergewicht leichte Kalorienreduktion: Kleines Frühstück (10% der Kalorien), Mittagessen (20–30%), Abendessen (30–40%). Eine Kalorienzufuhr unter 1600 kcal ist während der Schwangerschaft zu vermeiden (Gefahr der Ketose, mögliche nachteilige Entwicklung des kindlichen Gehirns und Intellekts).

Regelmässige körperliche Betätigung wie Schwimmen, Gehen, Treppensteigen, leichtes Hanteltraining der Arme (als Hantelersatz 1 kg Mehl oder Zucker) verbessert das Ansprechen der Körperzellen auf Insulin, erhöht die Zuckeraufnahme in die Muskulatur ohne zusätzliches Insulin und kann eine Insulinbehandlung überflüssig machen. Die Gefahr der Unterzuckerung besteht dabei nicht, wenn kein Insulin gespritzt werden muss.

Eine Insulintherapie ist nur bei etwa 25% der Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes notwendig, wenn die Blutzuckerziele nicht erreicht werden können oder das Kind übermässig an Gewicht und Bauchumfang zunimmt. Diese Behandlung wird individuell durch den behandelnden Arzt festgelegt.

Erstellt:02. Dezember 2009
Stichworte:Diabetes, Ernährung, Medizin, Schwangerschaft
Quellen:

Schweizerische Diabetes-Gesellschaft

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