Ein schwedisch/spanisches Forscherteam konnte zeigen, dass ohne regelmässige Bewegung das Körpergewicht der Mutter vor der Schwangerschaft direkten Einfluss auf das Geburtsgewicht des Kindes hat.
An der Studie nahmen 160 gesunde schwangere Frauen teil, die kein vorhersehbares Risiko für eine Frühgeburt aufwiesen. Gemeinsam hatten sie auch, dass sie weniger als eine Stunde pro Woche Sport betrieben hatten, bevor sie schwanger wurden. Im zweiten und dritten Schwangerschaftstrimester durchlief ein Teil der Frauen unter ärztlicher Überwachung ein Trainingsprogramm. Dieses beinhaltete Übungen der Körperformung mit leichten Hanteln und anderen Widerständen. Der zweite Teil der Versuchsgruppe betrieb zur Kontrolle keinen Sport.
Parallel zum Sportprogramm wurden Körpergewicht und Grösse der Kinder während der Schwangerschaft und bei der Geburt verfolgt. Dabei konnte eine noch immer weit verbreitete Meinung widerlegt werden:
In der Sportgruppe zeigten sich in Körpergrösse und Gewicht der Kinder keine Unterschiede zur Nicht-Sportgruppe. Es gibt somit keine negativen Auswirkungen von leichtem Sport im zweiten und dritten Trimester auf die Gesundheit des Kindes.- Studienleiter Jonathan Ruiz
Damit verblieben nur noch Vorteile des Sportprogramms. In der Nicht-Sportgruppe stand das Gewicht der Mütter vor Schwangerschaftseintritt in direktem Zusammenhang mit dem Gewicht des Neugeborenen. In der Sportgruppe war dies nicht der Fall. Ebenso zeigte sich, dass dank Sport das Risiko für das Kind gesenkt wurde, nach einer Schwangerschaftsdiabetes besonders gross zur Welt zu kommen.
Regelmässige Bewegung senkt den Zuckerwert der Mutter, da sie dadurch stärker auf Insulin anspricht und ihre Aufnahme von Blutzucker in die Fasern der Skelettmuskeln verbessert. Das reduziert die Weitergabe von Blutzucker an den Embryo und senkt die Risiken von zu hohem Zucker.
Ausgangsmotiv der Forschung ist die Überprüfung der lang gehegten Vorstellung, Schwangere sollten sich möglichst wenig bewegen. Man riet ihnen früher, Sport und auch Arbeitstätigkeiten einzustellen, da dies zur frühen Fehlgeburt oder zur schlechteren Durchblutung der Plazenta führen könne, erklärt Ruiz. Noch 1985 empfahlen US-Gynäkologen Schwangeren, höchstens 15 Minuten Rad zu fahren oder zu joggen und eine Pulsrate von unter 140 zu wahren.
Erst später kam Sport und Bewegung bei Schwangeren in Mode. Dagegen sind bei gutem Verlauf der Schwangerschaft keine wissenschaftlichen Gründe gefunden worden.