Liebe Julienne Nun bist du schon 2 Monate alt! Es ist einfach schön, jeden Tag deine Fortschritte sehen zu können. Die ersten Tage zu Hause waren sehr aufregend. Die Hebamme besuchte mich mehrmals in der ersten Woche. Sie gab mir Ratschläge wie ich meine wunden und blutigen Brustwarzen pflegen kann und beruhigte mich, wenn ich das Gefühl hatte, mit dir sei etwas nicht in Ordnung. „Déformation professionelle„ meinte sie nur.... Die grösste Umstellung für mich war, dass ich nur noch drei bis vier Stunden im Voraus planen kann. Denn dann willst du wieder essen und ich muss an einem geeigneten Ort sein, wo ich dich Stillen kann. Das Stillen ist auch so eine Sache für sich. Ich habe mir dies nicht so schmerzhaft und kompliziert vorgestellt. Auch dass es unangenehm, fast schmerzhaft ist, wenn der Milchspendereflex einsetzt, war mir unbekannt. Dieser kommt nicht nur beim Stillen. Es genügt, wenn ich ans Stillen denke, dich ansehe oder in der Migros vor dem Milchregal stehe. Dann spritzt es jeweils richtig und alle vier Stunden muss ich die Stilleinlagen wechseln. Dies hat sich dann jedoch nach ca. sieben Wochen gebessert. Auch habe ich bereits gelernt, dass ich niemals ohne Milchpumpe, auch nicht für eine Nacht, auswärts übernachten kann.... Bereits nach 3 Wochen hatte ich meine erste Brustentzündung mit Fieber, Halsschmerzen und noch stärkeren Schmerzen in meiner linken Brust, welche gerötet und heiss war. Du hast die Brust nur zweimal nicht richtig leer getrunken; das hat schon gereicht. Innerhalb von sieben Wochen habe ich schon zwei solche Milchstaus/Entzündungen gehabt. Das zweite mal konnte ich jedoch sehr schnell reagieren, so dass es ohne ärztliche Hilfe wieder besser wurde. Trotz allem Mühsamen gibt es für mich nichts Schöneres, als dich so nah bei mir zu haben. Immer wieder schaue ich dich während dem Stillen an und es überkommt mich eine überwältigende Freude und ein Glücksgefühl. Einfach unglaublich, dass du nur dank meiner Milch so wächst und gedeihst. Im Grossen und Ganzen ist das Stillen wirklich wunderschön! Du bist ein ganz zufriedenes Baby. Am glücklichsten bist du, wenn du auf einem Arm schlafen darfst. Du weinst wenig; viel mehr rufst du ehe du zu weinen beginnst. Meistens kann ich an deinem Weinen erkennen, ob du Hunger, Langeweile oder Bauchschmerzen hast. Bauchschmerzen hast du nun mit 2 Monaten eher häufiger als vorher. Du musst dann jeweils fest weinen und deine kleinen Beine anziehen oder strecken. Dann legen wir dir ein warmes Kirschsteinkissen auf den Bauch und tragen dich herum bis du einschlafen kannst. In deinen ersten Wochen hast du häufig beim Wickeln noch schnell die Windeln mit Dickem und Dünnem gefüllt, sobald diese geöffnet waren. Wir haben deshalb jeweils abgewartet, bis du „dein Geschäft“ erledigt hattest. Zu Beginn des 2. Monats hat sich dies dann aber geändert... Nun stuhlst du nur noch alle 5-7 Tage; dafür so viel, dass wir dich jeweils anschliessend in die Badewanne stecken müssen. Baden findest du schon seit deiner Geburt ganz toll. Du kannst dich jeweils so richtig entspannen und mittlerweile zappelst du schon ganz schön im Wasser. Die Nächte sind sehr unterschiedlich. Je älter du wirst, umso länger schläfst du. Unser Rekord liegt bis jetzt bei sieben Stunden; allerdings am Abend. Ich konnte nicht so lange schlafen :). Es ist erstaunlich, wie schnell ich mich ans nächtliche Aufstehen gewöhnt habe. Wenn ich jeweils vor deinem Bettchen stehe und dich sehe, weiss ich wofür ich mich aus dem warmen Bett gequält habe. Nun nach zwei Monaten trinkst du nachts nicht mehr so viel. Du rufst ein bis zwei mal pro Nacht. Nach etwa zehn Minuten schläfst du ein und ich kann dich wieder in dein Bett legen. Manchmal rufst du auch, wenn du keinen Hunger hast, sondern einfach ein wenig Nähe benötigst. Zum Glück ist dies meist erst gegen morgen der Fall und ich hole dich für ein bis zwei Stunden zu uns ins Bett, wo du jeweils sofort wieder einschlafen kannst. Bei der ersten Arztkontrolle mit einem Monat hattest du bereits 3680g und warst 54cm lang. Schon faszinierend wenn ich denke, dass ich am Tag dieser Kontrolle theoretisch noch immer hätte schwanger sein können mit dir. Mit 46 Tagen Hast du mich zum ersten mal bewusst angelächelt. Ein unglaubliches Erlebnis! Dein Papa ist mit dir auf dem Arm zu mir gekommen. Als du mich gesehen hast, ist ein richtige Lachen über dein Gesicht gekommen. Wir haben uns beide soooooo gefreut! Auch plapperst du nun vermehrt und spielst mit einer Rassel, welche wir über deine Wiege gehängt haben. Es ist unglaublich zu sehen, welche Fortschritte du jeden Tag machst. Du bist sehr aufmerksam, verfolgst mit deinen blauen Augen Gegenstände oder Menschen und reagierst auch auf sie mit lachen, weinen oder plappern. Wickeln scheinst du sehr zu mögen; dann bist du immer sehr zufrieden lachst und plapperst fast die ganze Zeit. Meinen Haushalt kann ich jedoch nur erledigen, wenn ich dich im Tragtuch habe. Denn länger als eine Viertelstunde bist du in deinem Babysitter oder der Wiege nicht zufrieden und beginnst zu rufen. Du möchtest den ganzen Tag herum getragen werden und benötigst viel Zärtlichkeit und Nähe. Aber ich liebe es ja auch, dich bei mir zu haben. Das Tuch ist dabei eine echte Erleichterung. Sobald du im Tragtuch bist, wirst du jeweils sofort ruhig und wir erledigen die Hausarbeit zu zweit, auch wenn dies etwas länger dauert. Bei der zweiten Arztkontrolle nach 2 Monaten mit 61 Tagen bist du schon 4630 g schwer und 57cm lang! Bei diesem Termin wurdest du auch zum 1. mal geimpft.
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och gott ist das süß